Sonderabschreibung für neue Mietwohnungen

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Sonderabschreibung für neue Mietwohnungen

Regelungen gelten auch für neu erstellte Senioren-Wohnungen und Betreutes Wohnen

Wohnraum ist knapp – insbesondere in Ballungsräumen. Zur Förderung neuer Mietwohnungen hat die Bundesregierung neue Regelungen zur Sonderabschreibung aufgelegt (§ 7b EStG). Für neu geschaffene Wohnungen können im Jahr der Herstellung und in den drei Folgejahren zusätzlich fünf Prozent Sonderabschreibung abgesetzt werden – insgesamt 20 Prozent zusätzliche Abschreibung.

Förderung von maximal 3.000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche

Damit keine Luxus-Wohnungen entstehen, werden nur Wohnungen mit Anschaffungs- oder Herstellungskosten von maximal 3.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche gefördert. Die erstellten Wohnungen müssen im Jahr der Herstellung sowie den neun Folgejahren entgeltlich für Wohnzwecke überlassen werden. Eine nur vorübergehende Nutzung wie bei Ferienwohnungen oder auch Eigennutzungen ist nicht zulässig.

Begünstigt sind Investitionen, für die der Bauantrag zwischen dem 1. September 2018 und 31. Dezember 2021 gestellt wird. Wenn eine Wohnung gekauft wird, gilt sie als neu, wenn sie bis zum Ende des Jahres der Fertigstellung angeschafft wird. Nicht nur Neubauten, sondern auch Umnutzungen und Umbauten, die zu neuen, bisher nicht vorhandenen Wohnungen führen, können gefördert werden.

Fünf Prozent Sonderabschreibung

Die Sonderabschreibung beträgt fünf Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten. Die Bemessungsgrundlage ist jedoch auf 2.000 Euro je Quadratmeter Wohnfläche begrenzt. Die Sonderabschreibung wird neben der normalen Abschreibung gewährt. Dabei ist es unerheblich, ob es sich steuerlich um Privatvermögen oder Betriebsvermögen handelt. Für Wohnungen im Privatvermögen beträgt damit die maximale Abschreibung in den ersten vier Jahren 28 Prozent.

Die Wohnungen, die gefördert werden, müssen die Voraussetzungen des § 181 (9) BewG erfüllen, das heißt, eine Wohnung muss eine in sich geschlossene Wohneinheit bilden. Nebenräume, die für die Füh- rung eines selbstständigen Haushalts notwendig sind, müssen vorhanden sein. Die Wohnfläche muss mindestens 23 Quadratmeter betragen.

Anspruch auf Sonderabschreibungen

Auch für neue Senioren-Wohnungen und Betreutes Wohnen können die Sonderabschreibungen in Anspruch genommen werden. Bereits 2004 hatte der Bundesfinanzhof zum Investitionszulagengesetz ent- schieden, dass diese Wohnformen als Wohnungen im oben genannten Sinne eingestuft werden können. Übliche Nebenleistungen des Betreuten Wohnens sprechen regelmäßig nicht gegen die Führung eines selbständigen Haushalts. Dies ist für Zimmer in einem Pflegeheim anders. Diese sind daher nicht förderfähig. Folgende Sachverhalte führen zu einer Rückgängigmachung der Abschreibung:

• Die Baukostenobergrenze wird durch nachträgliche Herstellungskosten überschritten.
• Die Wohnung wird innerhalb der ersten zehn Jahre nach der Fertigstellung nicht mehr vermietet.
• Die Wohnung wird innerhalb der ersten zehn Jahre nach Fertigstellung veräußert und der Gewinn unterliegt nicht der Einkommen- oder Körperschaftsteuer.

Förderung ist begrenzt

Anders als andere Abschreibungen wird die Sonderabschreibung für Mietwohnungsneubau als De-minimis-Beihilfe gewertet und nur gewährt, wenn die Beihilfe insgesamt innerhalb von drei Veranlagungszeit- räumen 200.000 Euro nicht überschreitet. Hierbei werden auch Beihilfen, die das Unternehmen aus anderer Quelle (zum Beispiel Zuschüsse, Bürgschaften oder zinsverbilligte Darlehen) erhält, hinzugerechnet.

Beispielrechnung

• Neubau von sechs Wohnungen mit jeweils 80 qm = 480 qm
• Herstellungskosten je qm: 2.500 €, gesamt somit 1.200 000 €
• Lineare Abschreibung 2 % = 24.000 € pro Jahr

Zusätzliche Sonderabschreibung:

• 480 qm x 2.000 € (maximal förderfähige Herstellungskosten) = 960.000 € Bemessungsgrundlage X 5 % = 48.000 € zusätzliche Sonderabschreibung
Die Abschreibung in den ersten vier Jahren beträgt damit gesamt 288.000 Euro.

Veröffentlicht in: Häusliche Pflege 09 2019

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Monika Bohmann-Laing

Autor: Monika Bohmann-Laing