Steuern sparen Pflege GmbH1

Auf die Form kommt es an

Welche Unternehmensform eignet sich am besten für Pflegeeinrichtungen?

GmbH – die Rechtsform für erfolgreiche Pflegeunternehmen

Bei Unternehmensgründung stellt sich die Frage nach der Rechtsform. Häufig wird die einfachste Variante – das Einzelunternehmen gewählt. Warum für erfolgreiche Pflegeunternehmen die GmbH die bessere Wahl ist, erfahren Sie in diesem Management Tipp.

GmbH – Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Nicht nur in Krisenzeiten ist es gut, die persönliche Bürgschaft zu reduzieren und auf das Unternehmensvermögen zu begrenzen. Auch andere Gestaltungen sind mit der GmbH – im Gegensatz zu einem Einzelunternehmen – möglich: Trennung des Eigentums von Immobilie und Betrieb, Finanzierung über Darlehen des Gesellschafters an die Gesellschaft, Gestaltungen über Anstellungsverträge. Auch der Wechsel von Gesellschaftern ist relativ einfach.

Als Nachteile der GmbH werden häufig „Formalitäten“ angeführt: notwendige notarielle Gründung, Mindestkapital von 25.000€, Bilanzierungspflichten, strickte Aufteilung der privaten und betrieblichen Sphäre, Gewerbesteuer.

Wer bereits einen Pflegeunternehmen gegründet hat weiß – zur Zulassung bei den Kassen sind durchaus mehr Regeln einzuhalten. Die Pflegebuchführungsverordnung schreibt Bilanzierung und Aufstellung eines Anhangs eh vor. Außerdem: Vom Mindestkapital ist erst einmal nur die Hälfte einzuzahlen und ein gewisses Eigenkapital wird für eine erfolgversprechende Unternehmensgründung immer benötigt.
Und Gewerbesteuer? – Pflegeeinrichtungen sind unter den Voraussetzungen des § 3 Nr. 20 GewStG gewerbesteuerfrei. Wenn die Pflegekosten für mindestens 40 Prozent der Fälle von den gesetzlichen Trägern der Sozialversicherung oder der Sozialhilfe ganz oder zum überwiegenden Teil getragen werden, sind die Unternehmen von der Gewerbesteuer befreit. Diese Regelung ist rechtsform-unabhängig.
Man könnte somit meinen, es sollte steuerlich kein großer Unterschied zwischen Einzelunternehmen und Kapitalgesellschaften in der Pflege bestehen. Dies ist aber nicht so.

Der betriebliche Gewinn wird sehr unterschiedlich besteuert:
Im Einzelunternehmen wird der gesamte Gewinn (inklusive Unternehmerlohn) mit dem individuellen Steuersatz besteuert – kalkulatorisch im Spitzensteuersatz: 42% Einkommensteuer, 5,5% Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer.
In der GmbH fällt für den Gewinn nach Abzug des Gehalts des Unternehmers nur 15 % Körperschaftsteuer und 5,5 % Solidaritätszuschlag an. Gewerbesteuer ist in beiden Fällen nicht zu berücksichtigen (§3 Nr. 20 GewStG). Der in der GmbH verbleibende Gewinn wird damit mit erheblich weniger Ertragssteuer belastet als im Einzelunternehmen. Es verbleibt damit mehr Liquidität im Unternehmen. Diese kann wiederum zur Weiterentwicklung des Betriebs verwendet werden. Aber auch wenn ein Teil des Gewinns an die Gesellschafter ausgeschüttet werden soll, ist die Rechtsform der Kapitalgesellschaft für Pflegeunternehmen aufgrund der Gewerbesteuerfreiheit wesentlich günstiger. Eine Vergleichsberechnung finden Sie im Downloadbereich.

Rat für die Praxis:

  • In der Form der GmbH muss die Trennung Privat und betrieblich streng eingehalten werden, sonst können verdeckte Gewinnausschüttungen entstehen, die teuer werden.
  • Die Gründung der GmbH muss notariell erfolgen.
  • Eröffnen Sie jedoch nicht einfach eine GmbH und schließen das Einzelunternehmen! Dies kann durch die Offenlegung stiller Reserven hohe Steuernachzahlungen auslösen. Lassen Sie sich zur Umwandlung in eine GmbH unbedingt steuerlich beraten.
  • Für die Umwandlung wird eine Bilanz des Einzelunternehmens benötigt. Sie sparen sich einen Zwischenabschluss, wenn Sie die Bilanz zum 31. Dezember zugrunde legen können.
    Jährlich ist es bis zum 31. August möglich rückwirkend auf den Jahreswechsel in die GmbH umzuwandeln. In diesem Jahr wurde die Frist bis zum 31. Dezember 2020 verlängert.

 

veröffentlicht in: Häusliche Pflege 06-2020

 

Steuervorteile durch GmbH für Pflegeeinrichtungen - laden Sie hier die Vergleichsberechnungen herunter

 

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 Monika Bohmann Laing Steuerberaterin Fachberaterin Gesundheitswesen XXS

Autor: Monika Bohmann-Laing

 

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