Investitionsabzugsbetrag Steuern sparen

Steuern sparen mit einem Investitionsabzugsbetrag – wie funktioniert das?

 

Unter welchen Voraussetzungen kann ein Investitionsabzugsbetrag (IAB) geltend gemacht werden? Was bringt das und was hat sich geändert?

Für künftige Investitionen in abnutzbare bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens kann ein Unternehmen bis zu 50% der Anschaffungskosten als Investitionsabzugsbetrag steuermindernd berücksichtigen. Im Jahr der Anschaffung oder Herstellung werden die Anschaffungskosten um den IAB gekürzt und zusätzlich können die Sonderabschreibung von bis zu 20% und die normale Abschreibung abgesetzt werden. Damit werden bis zu 60% der Anschaffungskosten innerhalb der ersten Jahre steuerlich geltend gemacht und die Steuerlast verringert.

Beispiel

 Der Gewinn vor Steuern beträgt jährlich 150.000€ €. Im Jahr 2 ist eine Investition von 100.000€ geplant, die regulär über 6 Jahre abgeschrieben werden würde. Angenommen haben wir einen Ertragsteuersatz von rd. 30% bei einer GmbH und einem Gewerbesteuerhebesatz von 400%.

Ergebnisse ohne Investitionsabzugsbetrag

   

Jahr 1

Jahr 2

Jahr 3

Gewinn vor Steuern

   

150 €

150 €

150 €

Abschreibung

   

0 €

-17 €

-17 €

     

150 €

133 €

133 €

Steuern rd. (Hebesatz 400%)

30%

 

-45 €

-40 €

-40 €

 

Mit Investitionsabzugsbetrag

   

Jahr 1

Jahr 2

Jahr 3

Gewinn vorläufig

   

150 €

150 €

150 €

geplante Anschaffung

 

100 €

     

Investitionsabzugsbetrag

50%

50 €

-50 €

   

Auflösung des IAB

     

50 €

 

Anschaffungskosten

 

100 €

     

Kürzung

 

-50 €

 

-50 €

 

Bemessungsgrundlage Abschreibung

 

50 €

     

Sonderabschreibung

20%

-10 €

 

-10 €

 

laufende Abschreibung

 

-8 €

 

-8 €

-8 €

   

40 €

     

Gewinn vor Steuern

   

100 €

132 €

142 €

Steuern rd. (Hebesatz 400%)

30%

 

-30 €

-40 €

-43 €

 

Mit Investitionsabzugsbetrag vermindert sich die Steuerbelastung im Jahr 1 um 15.000€. Die Steuerbelastung wird bei gleichbleibendem Steuersatz auf spätere Jahre verschoben und das Unternehmen gewinnt im Jahr 1 Liquidität.
Wenn die Steuersätze jährlich schwanken z.B. bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften, kann durch die Inanspruchnahme eines Investitionsabzugsbetrags der Gewinn auch soweit gesenkt werden, dass ein wesentlich niedrigerer Steuersatz erreicht wird (z.B. von rd. 50% auf 30%). Dann entsteht eine tatsächliche Steuerersparnis aufgrund des niedrigeren Steuersatzes.

 

Voraussetzungen nach § 7g EStG sind ab 2020 unter anderem:

  • Der Gewinn vor Steuern und IAB liegt unter 200.000€ - die Betriebsvermögensgrenze ist ab 2020 weggefallen
  • Es erfolgt die Anschaffung von neuen oder gebrauchten beweglichen Wirtschaftsgütern des Anlagevermögens.
  • Die Wirtschaftsgüter müssen für zwei Jahre in der inländischen Betriebsstätte verbleiben. Sie dürfen seit 2020 auch vermietet werden.
  • Die Wirtschaftsgüter dürfen maximal zu 10% privat genutzt werden – wird ein Fahrzeug ausschließlich Mitarbeitern (auch GmbH-Geschäftsführern) zur Nutzung zur Verfügung ist dies immer zu 100% betrieblich veranlasst.
  • Insgesamt darf der Investitionsabzugsbetrag maximal 200.000€ betragen.
  • Der Antrag muss elektronisch übermittelt werden

Wichtig: die Anschaffung muss innerhalb der nächsten 3 Jahre durchgeführt werden. Sonst muss der Investitionsabzugsbetrag bei nicht erfolgter Investition im Jahr des Abzugs wieder rückgängig gemacht werden. Die nachzuzahlende Steuer kostet dann noch Zinsen.

Für Investitionsabzugsbeträge aus 2017 und 2018 ist Corona-bedingt der Investitionszeitraum auf fünf bzw. vier Jahre verlängert worden, also bis Ende 2022.

Tipp:

  • Stellen Sie einen Investitionsplan auf – Investitionsabzugsbeträge können auch auf mehrere Jahre verteilt werden.
  • Nutzen Sie den Investitionsabzugsbetrag zum Liquiditätsgewinn
  • Planen Sie trotzdem realistisch – denn für nicht erfolgte Investitionen muss der Investitionsabzugsbetrag im Jahr des Abzugs wieder rückgängig gemacht werden.
  • Berücksichtigen Sie im Jahr der Anschaffung auch die Sonderabschreibung von bis zu 20%

 

Veröffentlicht in: Häusliche Pflege 12.2021

von: Monika Bohmann-Laing

 Monika Bohmann Laing Steuerberaterin Fachberaterin Gesundheitswesen XXS

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